Imagefilm der Feuerwehr

Werbung ist nicht immer gleich Werbung. Werbung nervt, sobald sie uns etwas verkaufen will oder uns etwas vorlebt, das uns nicht persönlich betrifft. Doch Werbung kann auch anders: Im besten Fall nimmt sie uns mit auf eine Reise, spricht Gefühle in uns an, wirft Fragen auf oder lässt uns dankbar zurück. Für einen gemeinnützigen Verein stellt sich in Sachen (Eigen-)Werbung die Herausforderung, sich nicht altbekannter Betroffenheitsbilder und Erzählweisen zu bedienen. Wie also für die eigene Sache werben? Im Frühjahr 2013 suchte die AG Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr Oberschleißheim eine Antwort auf diese Frage. Die Zeit für einen Imagefilm war reif.

 

Filmszene: Schauspielerin Verena Evelyn Puhm als verletzte Fahrerin

Um das Projekt zu bewältigen, wandte sich die Arbeitsgruppe an die Hochschule für Fernsehen und Film München. Die Erste, die sich auf den Aufruf meldete, war Regiestudentin Katharina Ludwig, die großes Interesse am Thema zeigte. Nach einem ersten Treffen Anfang des Sommers war schnell von beiden Seiten klar: Dieses Projekt kann (und darf) spannend werden!

Die Entscheidung gegen einen naheliegenden Film zur Brandbekämpfung fiel einstimmig und damit für ein Konzept, das die Feuerwehr bei der Unfallrettung zeigt. Da sie oft als erste Einheit am Unfallort ist und die Kontaktaufnahme mit den Verletzten eine zentrale Rolle der Arbeit einnimmt, wurde dieser Aspekt in den Fokus der filmischen Erzählung gerückt. Der neue Imagefilm sollte kein 'typischer Feuerwehrfilm' werden, sondern mit den Erzählmitteln des Spielfilm Emotionen wecken, die Verletzbarkeit des Einzelnen bewusst machen und schließlich die Menschen zeigen, die Verantwortung übernehmen, wenn man es selbst nicht kann.

Mit dem fertigen Konzept konnten die Vorbereitungen beginnen. Ein professionelles Filmteam musste zusammengestellt und parallel auf Seiten der Feuerwehr nach den nötigen Darstellern und Helfern gesucht werden. Außerdem wurde mit Verena Evelyn Puhm eine ausgebildete Schauspielerin für die Rolle der Patientin engagiert, um den Feuerwehrleuten eine nahezu authentische Spielsituation zu ermöglichen. Mitte Oktober war es dann soweit: Unter Regie von Katharina Ludwig drehte ein 17-köpfiges Filmteam, allen voran Kameramann Alexander Hackinger, in zweieinhalb Nächten die notwendigen Einstellungen. Dreiundzwanzig Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr fungierten als Darsteller oder halfen alle notwendigen Dinge für das Set zu organisieren. Vervollständigt wurde das Team von zwei Angehörigen des bayerischen Roten Kreuzes des Ortsverbandes Oberschleißheim mit ihrem Rettungsfahrzeug. Nach dieser 'Nacht- und Nebelaktion' stand die Postproduktion mit Schnitt, Farbkorrektur und Tonmischung an. Mit Selcuk Torun konnte sogar ein professioneller Filmkomponist für das Projekt gewonnen werden.

 

Filmszene: Der Gruppenführer gibt die Einsatzaufträge

Anfang Januar wurde der Film bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr allen Mitgliedern in einer Vorpremiere vorgestellt. Nicht nur dort, auch im Internet wurde der Film seither mit großer Begeisterung wahrgenommen. Auch der Münchener Merkur berichtete bereits übder den Film, ebenso die "brandwacht" das offizielles Presseorgan des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr für den Brand- und Katastrophenschutz im Bayern.  Er kann auch hier auf der Homepage angesehen werden und wird ab jetzt bei Info-Veranstaltungen und Brandschutzunterweisungen verwendet, um die Arbeitsweise der Feuerwehr zu erklären und für neue Mitglieder zu werben. Auch beim Tag der offenen Tür wird er zu sehen sein. Dort soll der Film vor allem eins: zum Gespräch anregen. Das ist doch immer noch die beste Werbung!

An dieser Stelle sei besonders Katharina Ludwig für ihre Arbeit gedankt. Ebenso Kameramann Alexander Hackinger, Schauspielerin Verena Evelyn Puhm und dem gesamten Filmteam, das trotz widriger Wetterbedingungen den anstrengenden Nachtdreh auf sich genommen hat. Ebenfalls gedankt sei dem Team hinter den Kulissen bzw. in der Postproduktion; sie alle haben zu dem professionellen Ergebnis beigetragen. Ein Dank geht auch an den Ortsverband des BRK Oberschleißheim und den am Dreh beteiligten Mitgliedern, die Werkfeuerwehr des Helmholzzentrums und allen Beteiligten auf Seiten der Feuerwehr, sowie der Gemeinde Oberschleißheim, die das Projekt unterstützt und gefördert hat.

Text: K. Ludwig und H. Korste

Bilder vom Filmdreh:

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